Unser Spielmannszug
Der Spielmannszug der Schützenkompanie Visselhövede
Der Spielmannszug der Schützenkompanie Visselhövede e.V. besteht seit dem Jahr 1928.
Der Spielmannszug im Gründungsjahr 1928
Bereits vor dem ersten Weltkrieg bestand in Visselhövede ein Kinder-Spielmannszug, der auf Anregung des Schulrektors Hasenbein ins Leben gerufen wurde. Der Spielmannszug bestand bis in die Jahre 1925/26. Für die Übungsabende war damals Lehrer Henke verantwortlich. Bei allen Veranstaltungen, auch bei Schützen- und Erntefesten war im Flecken Visselhövede der Kinder-Spielmannszug dabei.
Im Jahr 1927 gab es erste Anregungen und Beratungen über die Gründung eines eigenen Spielmannszuges der Visselhöveder Schützenkompanie. Treibende Kraft bei den Verhandlungen war der Schützenhauptmann Heinrich Röhrs. Gegen erhebliche Widerstände der Kompanie – Hauptmann Röhrs übernahm schließlich die Bürgschaft für die Anschaffung der Instrumente – kam es Ende 1927 zur Gründung eines Spielmannszuges.
Die Gründung des Spielmannszuges war in der damaligen Zeit eine erhebliche finanzielle Belastung für die Schützenkompanie. Daher auch die großen Widerstände gegen die Gründung. Dass diese Belastung vorhanden war, geht aus der Tatsache hervor, dass man in der Schützenkompanie mit größter Sparsamkeit zu wirtschaften begann. So wurde beim Königsschießen – damals noch am Montag morgen – die Musik eingespart. Bei den Umzügen hatte der geladene Musikzug keine Pauke zu stellen. Sie wurde vom Spielmannszug gestellt. Aus diesem Grunde wurden zwei Paukenschläger verpflichtet, die sich beim Rundmarsch abwechselten. Später übernahm einer davon die Becken. Außerdem wurde die Pauke gegen Entgelt an private Musikkapellen verliehen, um auch dadurch die Kasse etwas aufzubessern.
Die ersten Übungsabende fanden nach Anschaffung der Instrumente im Januar und Februar 1928 statt. Geübt wurde im Kegelzimmer des Schützenleutnants August Eggers, in dessen Saal dann auch im Spiel die ersten Marschversuche gemacht wurden. Anfangs waren 12 Spielleute mit von der Partie. Als Übungsleiter kamen jede Woche drei Spielleute aus Walsrode, um den Visselhöveder Spielmannszug auszubilden. Während zwei Spielleute den Pfeiffern die „Flötentöne“ beibrachten, war der dritte für die Unerweisung der Trommler verantwortlich.
Der Spielmannszug trat anlässlich des Schützenfestes 1928 erstmalig an die Öffentlichkeit. Die Spielleite trugen die Schützenuniform, allerdings mit „Schwalbennestern“.
Auswärts wagten die Spielleute ihren ersten Auftritt in Walsrode beim dortigen Schützenkorps. Den ersten großen Auftritt hatten sie 1929 beim 90jährigen Bestehen der Visselhöveder Schützenkompanie. Zu diesem Fest hatte die Kompanie viele Vereine von auswärts eingeladen. Sie wurden, wie es damals üblich war, an der Fleckengrenze empfangen und zum Markt geleitet. Aus diesem Grunde teilte sich der Spielmannszug auf und jeder Marschblock bekam zur Begleitung einen Trommler und Pfeiffer.
Während des zweiten Weltkrieges ruhte der Betrieb des Spielmannszuges genau wie der der Kompanie. Nach der Neugründung im Jahr 1949 war auch der Spielmannszug von Anfang an wieder mit von der Partie.
Schützenfest 1966, der Spielmannszug mit Tambourmajor Sepp Popp
Im Jahr 1961 veranstaltete der Spielmannszug der Schützenkompanie erstmalig das Heidefreundschaftstreffen in Visselhövede. Zahlreiche Musikgruppen waren der Einladung gefolgt. Zu Beginn des Treffens erfolgten ein gemeinsames Spiel auf dem Marktplatz und ein gemeinsamer Schlussakkord in der Schützenhalle, dieser unter der Stabführung des früheren Bürgermeisters Otto Quellhorst. Der Bürgermeister war nicht nur Ehrenmitglied der Kompanie, sondern auch Ehrentambourmajor des Spielmannszuges. Es gehörte jahrelang zur Tradition, dass die Stabführung in seinen Händen lag, wenn die Schützenkompanie nach dem Scheibenaufhängen beim König wieder in das Schützenholz zurückkehrte.
Auch 1968, anlässlich des 40jährigen Bestehens des Spielmannszuges, war diesem die Ausrichtung des Heidefreundschaftstreffens übertragen worden. Zu diesem Treffen waren ebenfalls viele Spielmannszüge nach Visselhövede gekommen. Der seinerzeit geplante Sternmarsch fiel buchstäblich ins Wasser, da bei den Regengüssen das Marschieren unmöglich war. So wurde dieses Treffen in der Schützenhalle abgewickelt.
Anlässlich des 50jährigen Jubiläums im Jahr 1978 bewarb sich der Spielmannszug erneut um die Durchführung des Heidefreundschaftstreffens. Bei herrlichem Sonnenschein kamen über 30 Züge aus den Kreisen Rotenburg, Soltau, Fallingbostel, Verden und Harburg zusammen, um mit den Visselhövedern das Jubiläum zu begehen. 58 Schießmannschaften bewiesen, dass sie auch auf schießsportlichem Gebiet bewandert sind.
Der Spielmannszug im Jahr 1989
Tambourmajore waren der Viehhändler Willi von Deylen, ihm folgte Maurermeister Friedrich Cohrs und dann Schützenoberleutnant Heinrich Hintze. Von ihm übernahm Sepp Popp, der zuvor schon Übungsleiter war, die Stabführung. Durch intensive Arbeit gelang es ihm, immer mehr junge Kräfte in den Spielmannszug einzubauen. 1984 übernahm Dieter Carstens die Stabführung und hatte sie bis 1998 inne.
Seit 1984 besteht eine besondere Vereinsfreundschaft mit dem Spielmannszug Gemen aus dem Münsterland. Die begann im Kurort St.Peter-Ordingen. Dort lernten sich der damalige Vorsitzender des Spielmannszugs Gemen und unser damaliger Tambourmajor Dieter Carstens kennen und vereinbarten, sich anlässlich der Schützenfeste gegenseitig zu besuchen. Die Besuche aus dem Münsterland in der Heide und von hier ins Münsterland erfolgen nach wie vor. Es haben sich teils langjährige Freundschaften entwickelt.
So wurde 2009 das 25jährige Jubiläum dieser Freundschaft in Gemen gefeiert. Ein Jahr später besuchten uns die Spielleute aus Gemen anlässlich hier stattfindenden Bundesschützenfestes der acht Schützenvereine des Schützenbundes Visselhövede.
1998 nachdem zuvor noch das Kreismusikfest mit dem 70jährigen Bestehen des Spielmannszuges gefeiert wurde, schien das Aus nahe zu sein, da einige Instrumente nicht ausreichend besetzt werden konnten und so die Spielfähigkeit gefährdet war.
Dann erfolgte ein Umbruch, der nicht nur einen Generationswechsel einleitete, sondern ein turbulentes Jahrzehnt. Es wurden neue Uniformen angeschafft, das traditionelle Grün wich einem satten Rot.
In diese zehn Jahre fielen zwei weitere Kreismusikfeste, das erste 2003, anlässlich des 75jährigen Jubiläums, das zweite 2008 zum 80jährigen Bestehen.
Besonders zu erwähnen ist auch, dass Peter Häring in der Zeit von 1999 bis 2004 als stellvertretender Kreismusikleiter und von 2004 bis 2010 als Kreismusikleiter die Interessen des Musikwesens im Kreisschützenverband Rotenburg (Wümme) vertrat.
Zum Ende des Jahres 2008 erfolgte ein weiterer Umbruch, der stabile Verhältnisse im Spielmannszug schaffte. Die roten Uniformen waren Geschichte, das Grün kehrte zurück. Seither hat der Verein insgesamt wieder ein einheitliches Auftreten. Die Leitung des Spielmannszuges übernahm Silke Häring.
Spielmannszug Visselhövede beim Kreismusikfest 2010 in Scheeßel