20.05.2012 18:42

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Unser Verein


Ein Überblick über die Geschichte


Schützenkompanie Visselhövede im Jubiläumsjahr 1989

Das Gründungsjahr der Schützenkompanie Visselhövede ist das Jahr 1839. Die Vereinigung hieß damals „Schützengilde“. Der erste Hauptmann der Gilde war Ludwig Moritz. Er wohnte im Eckhaus Markt-Burgstraße. Der Zweck der Vereinigung war: Pflege des Bürgersinns und Gemeingeistes, ehrenvolle und freundschaftliche Vereinigung der Einwohner von Visselhövede, körperliche und geistige Ausbildung der Mitglieder, Hebung des sittlichen Gehalts und Anstandes und Hilfe in Not und Tod durch besondere Einrichtungen.

Die Vermutung liegt nahe, dass die ersten Schützenfeste schon vor 1839 am Wege nach Riepholm, bei den damaligen Scheunen, auf dem Platz gegenüber der jetzigen Zimmerei Röhrs gefeiert wurden. Ein Beleg dafür ist auch eine Urkunde vom 07. Februar 1838, wo in einem Schreiben des königlichen Amtes in Rotenburg an den damaligen Bürgermeister Fischer in Visselhövede von einer Schützengesellschaft die Rede ist, die als aufgehoben angesehen werden muss, da ihre Statuten verloren gegangen seien.

Die älteste vorhandene Urkunde aus den Anfangsjahren ist eine Schießliste aus dem Jahre 1840. Hier wird auch erstmals der Name „Schützenholz“ erwähnt. Auch in der Kämmereirechnung des Fleckens Visselhövede finden wir erstmals im Jahrgang 1840/41 den Namen Schützenholz. Die Schützengilde zahlte damals eine jährliche Pacht von 60 Pfennig an den Magistrat. Besitzer des Schützenholzes war also der Flecken Visselhövede. Ein Auszug aus der Kämmereirechnung des Fleckens aus dem Jahre 1839/40 verzeichnet unter dem Datum 20. Mai 1840: „Für ein silbernes Schild des Schützenkönigs, an den Goldschmied Schröder, bleibt Flecken Eigentum 3 Reichstaler 32 g. Gr.“ Unter dem 14. Juni 1840: „Für Band am Schilde des Schützenkönigs 44 g. Gr. 2 Pfennige“.

Schließlich ist noch eine Schneiderrechnung vom 28. Juli 1839 zu erwähnen. Auf Grund dieser Rechnung des Schneidermeisters Friedrich Bösling, Walsrode, kann auf die Günder der Schützenkompanie geschlossen werden.

Die Schützen ließen sich also im Juli 1839 eine Uniform schneidern, zu der der Schneidermeister Friedrich Bösling im benachbarten Walsrode an dekatiertem Stoff gebrauchte: 170 Ellen dunkles, grünes Tuch zu den Röcken, die Elle zu einem Gütegroschen, zusammen 4 Taler und 26 Gutegroschen. Ferner 90 Ellen grauen Tuches, zu den Beinkleidern = 2 Taler 18 Gutegroschen sowie 9 Ellen hellgrünes Tuch, wahrscheinlich zu den Aufschlägen.
20 Schützen ließen sich Uniformen, das heißt Röcke machen. Der Machelohn betrug dafür 1 Taler und 15 Groschen pro Stück, 16 Schützen ließen sich Beinkleider anfertigen, das machte nur 18 Groschen pro Stück.
5 Schützen ließen sich die Uniformröcke in Walsrode bei Meister Bösling nur zuschneiden und wahrscheinlich in Visselhövede nähen, 6 machten es ebenso mit den Beinkleidern.
Das Futter wurde extra berechnet und kostete für den Rock 24 Groschen und für das Beinkleid 10,4 Groschen, je nachdem, ob man Schwarzleinen oder Weißleinen verwendete.

Wie schon oben angeführt, war der ursprüngliche Name „Schützengilde“. Dieser Name ist nur wenige Jahre gebräuchlich gewesen. Später hieß die Vereinigung bis 1848 Bürger- und Jägerkompagnie“. Im Jahr 1848 übernahm die Bürger- und Jägerkompagnie die Aufgaben einer Bürgerwehr. Damit wurde auch der Name in „Bürgerwehr“ umgeändert.

Der Bürgerwehr war die Aufgabe übertragen, für die Sicherheit des Fleckens einzutreten. Bürgerwehren wurden in fast allen größeren Orten gegründet. Die Wehr erhielt gewisse polizeiliche Funktionen und bildete eine Schutzwache, die nachts Patrouillendienst machte, um Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten und. Zu diesem Zweck wurden sechs Hornisten ausgebildet, die im Falle eines Aufruhrs Alarm zu schlagen hatten. Der Dienst in der Bürgerwehr wurde sehr streng genommen. Wer etwa beim Ausmarsch zum Schützenfest schon „schief geladen“ hatte, wurde vor ein Schiedsgericht gestellt.

Der Name „Bürgerwehr“ bestand bis zum Jahre 1856. In diesem Jahre wurde der Name „Schützenkompagnie“ eingeführt.
Erst 1957 wurde mit der Eintragung in das Vereinsregister das „g“ in Kompagnie gestrichen, so dass der offizielle Name heute „Schützenkompanie Visselhövede e.V.“ ist.

Nachdem der Schützenwirt Ortmann bis zum Jahr 1860 eine eigene Restauration hatte, wurde 1861 die erste Restauration der Schützenkompagnie im Schützenholz errichtet. Der Tanzboden, der frei lag und von Birkenbusch umstellt war, wurde nach dem Fest in der alten Vogtei bei Westermann aufbewahrt.

Die Schützenkompagnie hatte sich zwei Kanonen angeschafft. Im Jahr 1863 wurden die beiden Kanonen nach Fallingbostel verliehen, zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Sparkasse. Bei dieser Gelegenheit wurden die Geschütze mit je einem Pfund Pulver geladen, was sie nicht aushalten konnten, denn beide Rohre platzen. Somit musste Fallingbostel zwei neue Kanonen anschaffen, die 110 Taler Gold kosteten. Nachdem im Jahr 1928 ein Schützenbruder beim Laden der Kanonen durch Explosion den Tod fand, wurden die Geschütze nicht mehr abgefeuert. Diese Geschütze sind bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges bei der Kompagnie im Schützenholz aufbewahrt worden. Heute sind sie nicht mehr vorhanden. Über lange Jahrzehnte hatten sie in Visselhövede den Beginn des Schützenfestes angekündigt.

Die Schützenkompagnie war bei den meisten vaterländischen Festen, die in Flecken Visselhövede gefeiert wurden, die Trägerin. Dazu zählte das 50jährige Jubiläum der Schlacht bei Leipzig im Jahr 1863. Hierbei wurden besonders die alten Veteranen von 1813 geehrt. Auf dem Marktplatz waren zwei große Tannen aufgepflanzt, die auf dem alten Friedhof an der Bahnhofstraße geschlagen wurden. 1865 feierte man in ähnlicher Weise den 50. Gedecktag der Schlacht bei Waterloo. Es waren noch 22 Veteranen anwesend.

Auch die große Siegesfeier 1871, als "Friedensfest" bezeichnet, nach Abschluss des deutsch-französischen Krieges, wurde von der Schützenkompagnie ausgerichtet. Die "Friedenseiche" vor dem Eingang zum "Haus des Gastes" wurde gepflanzt. Mit Reden des Bürgermeisters Heinrich Steinecke und Gedichten wurde den vier im Kriege gefallenen Soldaten gedacht.
Am 16. und 17. Juni 1889 wurde das 50jährige Jubiläum der Schützenkompagnie festlich begangen. Zu dieser Feier wurde eine goldene Jubiläumsmedaille für den besten Schützen gestiftet. Diese errang der damalige Hauptmann Fischer.

Bis 1892 führte man das alte „Hannoversche Kommando“. Von da ab galt das „Preußische Kommando“. Im Jahr 1890 wurden die alten Schützenmützen mit geradem Schild abgeschafft und der Schützenhut eingeführt, der aber schon 1898 wieder einer Mütze weichen musste. Im Zuge der Vereinheitlichung des Schützenwesens gelangte der Hut abermals zur Einführung.

Zum 70-jährigen Stiftungsfest im Jahr 1909 erhielt die Kompagnie eine neue Fahne. Diese wurde gestiftet von den Ehrendamen. Ihre Namen wurden auf Bändern verewigt, die sich noch heute an unserer Fahne befinden.

Am 10,. 11. und 12. Juni 1939 wurde das 100jährige Jubiläumsfest gefeiert. Es sollte zugleich das Letzte für ein volles Jahrzehnt sein. Das Trompeterkorps des Art.-Rgts. 22 Verden, war von der Kompagnie für die musikalische Umrahmung dieses Festes verpflichtet worden. Das Fest konnte aber nicht im Schützenholz gefeiert werden, da in der Schützenhalle Korn gelagert wurde. So fand das Militärkonzert im „Deutschen Haus“ statt, während am zweiten Festtag gleich auf zwei Sälen getanzt wurde.

Die Schützenhalle wurde in den letzten Kriegtagen durch Feindeinwirkung zerstört, das Schützenwesen wurde von der englischen Militärregierung verboten und existierte nach Ende des zweiten Weltkrieges faktisch nicht mehr. Am 23. Juni 1949 trafen sich dann die Schützenbrüder zu einer Versammlung, um die Schützenkompagnie wieder aufleben zu lassen. So wurde im Jahr 1949 das erste Schützenfest nach dem Krieg gefeiert, allerdings musste noch auf die Uniform verzichtet werden. Die Schützenfeste 1949 und 1950 wurden noch auf den beiden Sälen unserer Stadt abgewickelt. Da sich der Schießstand aber im Schützenholz befand, wurden ab 1951 die Schützenfeste auch wieder dort gefeiert, zunächst jedoch in einem Zelt. Erst 1955 konnte eine neue Halle aus der abgebauten Winkelmannschen Scheune im Schützenholz errichtet werden.
(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)

 
  
Am 3. und 4. Juli 1955 mit drei Wochen Verspätung wurde die Halle eingeweiht und das erste Schützenfest mit Beteiligung aller Vereine des Schützenbundes Visselhövede gefeiert.


Schützenfest 1954

Vor dem zweiten Weltkrieg besaß die Schützenkompagnie im zweiten Schützenholz einen Schießstand über 100 Meter. In den letzten Jahren vor dem Krieg wurde ein 50-Meter-KK-Stand hinzugebaut. Aber schon während des Krieges wurde der alte Schießstand zu behelfsmäßigen Wohnungen umgebaut und war somit für die Kompagnie verloren. Das Gebäude wurde nach dem Kriege verkauft. Die Komapagnie baute sich einen neuen Schießstand im ersten Schützenholz.

Im Jahre 1962 wurde die alte Fahne erneuert. Hierbei haben sich wieder die Damen der Schützenbrüder besonders hervorgetan.

Beim Kreisschützentag 1963 bewarb sich die Schützenkompanie Visselhövede um die Durchführung des 3. Kreisschützenfestes anlässlich ihres 125-jährigen Jubiläums im Jahre 1964. Das Jubiläumsfest wurde am Sonnabend, den 15. August mit einem Militärkonzert, ausgeführt vom Musikkorps des Grenzschutzkommandos Nord aus Hannover eröffnet. Der Sonntag war dem Kreisschützenfest vorbehalten. Mehr als 1.000 Schützen des Kreisschützenverbandes Rotenburg (Wümme) und befreundeter Nachbarvereine waren an diesem Tage in unserer kleinen Visselstadt aufmarschiert.

In den Jahren 1964/65 begann der Vorstand der Schützenkompanie Pachtverhandlungen mit den Besitzern des Schützenholzes, nämlich der Realgemeinde Kämmereiinteressenten zu Visselhövede, da die alten Pachtverträge lange abgelaufen waren. Die Verhandlungen mündeten schließlich in Kaufverhandlungen für das erste Schützenholz an der Bahnhofstraße. 1966 wurde die Kompanie schließlich Eigentümer des größten Teils des Schützenholzes.

Im Jahr 1971 wurde vom Vorstand beschlossen, die Halle „wintersicher“ auszubauen. Die erforderlichen Bauunterlagen wurden beim Landkreis beantragt und genehmigt. Die Jahreshauptversammlung stimmte 1972 dem Ausbau und der hierfür nötigen Darlehensaufnahme zu.

Ein weiteres Kreisschützenfest, das 11., wurde im Jahr 1972 in Visselhövede gefeiert. Vom 14. bis 16. April 1978 finden in der Schützenhalle die 28. niedersächsischen Schützentage statt. Ein weiterer Höhepunkt in der Geschichte der Schützenkompanie ist die Ausrichtung des 3. Landesspielmannszugtreffens des Niedersächsischen Sportschützenverbandes am 13. September 1981. 78 Musikgruppen mit fast 3.000 Spielleuten machten unsere Stadt zu einem großen Konzertsaal.

Das 150jährige Jubiläum wurde 1989 gefeiert, wieder in Verbindung mit dem Kreisschützenfest. Am 12. August fand in der Schützenhalle der Jubiläumsfestakt mit einem großen Kommersabend statt. Das Kreisschützenfest mit dem Festumzug und den Schießwettbewerben folgten einen Tag später, am 13. August. An dem Fest beteiligten sich rund 2.000 Schützen und Spielleute aus 60 Schützenvereinen und 14 Spielmannszügen.

In den Jahren 1995 und 1996 wurde der Schießstand von den Schützen in Eigenleistung umfangreich renoviert. Weitere umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden im Jahr 2008 vorgenommen.

In den vergangenen Jahren mussten im Schützenholz mehrere Bäume gefällt werden, die auf Grund Ihres Zustandes eine Gefährdung für umliegende Gebäude und Anlagen darstellten. Um den Baumbestand dennoch zu pflegen und zu erhalten, wurde im Jahr 2007 eine neue Tradition eingeführt: das Pflanzen einer Königseiche. So wird jedem Schützenkönig eine Eiche gewidmet, die im Frühjahr, kurz vor Ende der „Regierungszeit“ gepflanzt wird.

Einen wichtigen Platz in unserer Geschichte nimmt auch unser Spielmannszug ein. Da es hier aber auch viel Wissenswertes gibt, wird dem Spielmannszug eine eigene Seite gewidmet.

Während die Schützenkompanie früher ein reiner Männerverein war, existiert seit 1966 auch unsere Damengruppe, die sich fest in das Vereinsleben integriert hat und auch auf schießsportlichem Gebiet große Erfolge verzeichnen konnte.


35 Jahre Damenabteilung

Einen hohen Stellenwert nimmt auch die Jugendarbeit im Verein ein. Um auch die Jüngsten an den Schießsport heranzuführen wurde im Jahr 2006 eigens ein Lichtpunktgewehr angeschafft, nach nur drei Jahren nahm bereits eine Mannschaft der "Kleinen" an der niedersächsischen Landesmeisterschaft teil und konnte sogar eine Landesmeisterin stellen. Sei es im Spielmannszug oder in den Schießgruppen, interessierte Jugendliche sind stets willkommen und werden nach Kräften gefördert.


Schützenkompanie Visselhövede im Jahr 1927

Hauptleute / Vorsitzende der Kompanie waren im Verlauf unserer Geschichte:
Ludwig Moritz
Fr. Th. Fischer
G. v. Uffel (1877 - 1885)
Carl Fischer (1885 - 1892)
D. Rathjens (1892 - 1913)
H. Behrmann (1913 - 1919)
Wilhelm Becker (1919 - 1924)
(bitte auf die Namen klicken)
Heinrich Röhrs (1924 - 1929)
Heinrich Helmke (1930 - 1957)
Fritz Precht (1957 - 1974)
Friedo Hellberg (1974 - 1987)
Gustav Wordelmann (1987 - 2002)
Heiner Helmke (2002 - heute).